Glossar
In unserem Glossar erklären wir zentrale Fachbegriffe rund um Polyurethan, Fertigung und Materialien – kompakt, verständlich und schnell nachschlagbar.
2K (= 2 Komponenten) – Lack ist ein System, das aus zwei getrennten Komponenten (Stammlack und Härter) besteht, die erst kurz vor der Verarbeitung gemischt werden. Nach dem Mischen startet eine chemische Reaktion (Vernetzung), der Lack härtet nicht nur durch Verdunstung sondern chemisch aus. Im Vergleich zum 1K-Lack ist er deutlich robuster und besitzt sehr hohe Kratz- und Chemikalienbeständigkeit sowie hohe mechanische Belastbarkeit und gute Witterungs- und UV-Beständigkeit.
Hartschaumstoffe besitzen eine geschlossenzellige Schaumstruktur und hohe Festigkeitswerte sowie hervorragende thermische Isolationseigenschaften, z. B. Konstruktions- oder Dämmelemente.
Schlüsselprodukte der PUR-Chemie sind die Isocyanate. Ihre wichtigsten Vertreter, die aromatischen Isocyanate, sind MDI (Diphenylmethandiisocyanat) und TDI (Toluylendiisocyanat). Charakteristisch für Isocyanate sind mindestens 2 NCO-Gruppen (Stickstoff/Kohlenstoff/Sauerstoff), wobei die hohe Reaktionsfähigkeit auf den positiven Ladungscharakter des Kohlenstoffatoms zurückzuführen ist. Gemischt mit Polyol (und Additiven) entsteht PUR.
Ein kompaktes System ist ein Reaktionssystem, das ohne Treibmittel bzw. ohne gezielte Zellbildung verarbeitet wird und zu einem dichten, nicht geschäumten Werkstoff mit geschlossener, kompakter Struktur führt. Er zeichnet sich durch hohe Dichten (> 800 kg/m³) und hohe mechanische Festigkeiten sowie gute Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit aus.
Struktur, die die Oberfläche der Formteile je nach Kundenwunsch individualisieren kann, z. B. für mehr Griffigkeit oder schönere Optik.
PUR ist ein Werkstoff mit einer unschlagbaren Kombination von Materialeigenschaften, die allesamt dafür sorgen, dass Designer und Konstrukteure Formen und Oberflächen nahezu frei gestalten können:
- geringes Gewicht
- hohe mechanische Festigkeit
- angenehme Haptik
- gute Schallabsorption
- Wanddickenunterschiede ohne den Nachteil von Einfallstellen
- Hervorragende Wärmeisolation
- Gute Chemikalienbeständigkeit
- Gut geeignet für die Lackierung mit 2K-Strukturlacken
Dome, Versteifungen oder Fixierungen im Innenbereich können weitgehend unabhängig von der Außenkontur geplant werden. Zusätzlich können Funktionsteile wie Gewindebuchsen oder Kugellager direkt in das Bauteil eingeschäumt werden. z. B.: Schuhsohlen, Armaturenbretter, Matratzen, Kühlschrankisolierung, Lenkräder
Die verschiedenen von PUR-TEC verwendeten Systeme sind:
- Hartschaum
- Weichschaum
- Integralschaum
- Kompakte Systeme
Ein Schaum ist ein Werkstoff mit zelliger Struktur, wie z. B. Brot, Knochen oder Bier. Über die gesamte Masse verteilen sich Zellen (offen, geschlossen oder beides), die Luft beinhalten, wodurch die Rohdichte niedriger ist als die der einzelnen Rohstoffe. Beim Vermischen von Polyol und Isocyanat finden eine chemische Reaktion, die Polyadditionsreaktion, statt. Das Ergebnis dieses (Auf-)Schäumens ist Polyurethan.
Treibmittel dienen zur Herstellung von Schaumstoffen aus der flüssigen, viskosen Reaktionsmasse. Bei chemischen Treibverfahren entsteht gasförmiges Kohlendioxid als Treibgas.
Trennmittel zur leichten und schnellen Entnahme der Formteile aus dem Werkzeug sind als „innere“ Trennmittel teilweise in der Polyolformulierung enthalten. Meistens ist jedoch eine externe, zusätzliche Oberflächenbehandlung der Werkzeuge nötig.
Weichschaumstoffe, bei denen in der letzten Phase des Schäumvorgangs die Zellwände aufplatzen (offenzellig), haben mengen- und volumenmäßig den größten Marktanteil unter den Polyurethanen, z. B. Matratzen oder Sitzpolster.
Verschiedene Zusatzstoffe beeinflussen die Reaktion des PUR, z. B. Katalysatoren, Treibmittel, Flammschutzmittel, Trennmittel etc.

